Symposium in Stuttgart zeigt: Elektromobilität braucht intelligente Dienstleistungen


Marktplatz: 15 Projekte zu Dienstleistungen und Elektromobilität stellen sich vor | Foto: Fraunhofer IAO

Symposium „Dienstleistungsinnovationen für Elektromobilität” am 5. Februar 2015 in Stuttgart | Foto: Fraunhofer IAO

Am 5. Februar 2015 war es soweit: 14 Verbundprojekte in dem durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Schwerpunkt „Dienstleistungsinnovationen für Elektromobilität” sowie das Metaprojekt DELFIN stellten sich auf dem gleichnamigen Symposium am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Stuttgart auf einem „Marktplatz” und in zwei Parallelsessions geballt der Öffentlichkeit vor.

Marktplatz: 15 Projekte zu Dienstleistungen und Elektromobilität stellen sich vor | Foto: Fraunhofer IAO

Marktplatz: 15 Projekte zu Dienstleistungen rund um die Elektromobilität stellen sich vor | Foto: Fraunhofer IAO

Nach einer Begrüßung durch Walter Ganz, Direktor am Fraunhofer IAO, eröffnete Monika van Ooyen vom BMBF die Vorträge im Plenum. Sie sprach über die Bedeutung und Ziele des Förderschwerpunkts sowie deren Einbettung in das Förderprogramm und die Hightech-Strategie 2020. Insbesondere betonte sie die Bedeutung intelligenter Dienstleistungen, um Elektromobilität zu befördern.

Diese Aussage wurde in der darauffolgenden Key Note anhand eines erfolgreichen Beispiels aus der Praxis bekräftigt: Christian Hahn, CEO der Hubject GmbH (www.hubject.com), brachte den etwas mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Symposiums anschaulich näher, was kundenfreundliches Laden von Elektrofahrzeugen tatsächlich heißt und zu welcher Komplexität die notwendige Vernetzung von Ladedienstleistungen führt.

Foto: Fraunhofer IAO

Christian Hahn, CEO, Hubject GmbH | Foto: Fraunhofer IAO

Anschließend stellte Prof. Dr. Gerhard Satzger, Leiter der interdisziplinären Gruppe „Service Innovation & Management” am Karlsruhe Service Research Institute (KSRI am KIT), der selbst mit einem Elektrofahrzeug aus Karlsruhe angereist war, das Begleitvorhaben des Förderschwerpunkts, DELFIN, vor. Nach der Mittagspause, in der sich die Teilnehmenden des Events und die ausstellenden Projekte intensiv austauschten, stellten sieben Verbundprojekte in zwei Parallelsessions ihre Projektergebnisse vor, moderiert von PD Dr. Daniel Beverungen und Dr. Martin Matzner (ERCIS – Universität Münster). Durchgehend wurde deutlich, dass es eine Vielzahl an Ansatzpunkten für Dienstleistungen gibt, um die Umsetzung von Elektromobilität zu unterstützen. Gleichzeitig taten sich durch Diskussionen zwischen den Anwesenden immer wieder neue Herausforderungen und Ideen, wie diese adressiert werden können, auf.

Podiumsdiskussion (v.l.n.r.: Jens Christian Lodberg Høj, Jens Schmitz, PD Dr. Daniel Beverungen (Moderator), André Gierke, Franziska Klapper | Foto: Fraunhofer IAO

Podiumsdiskussion (v.l.n.r.: Jens Christian Lodberg Høj, Jens Schmitz, PD Dr. Daniel Beverungen (Moderator), André Gierke, Franziska Klapper | Foto: Fraunhofer IAO

Der Austausch wurde im Plenum mit einer Expertenrunde fortgeführt, bestehend aus Franziska Klapper, Projektmanagerin E-Mobility bei der RWE Effizienz GmbH, Jens Christian Lodberg Høj, Cluster & Project Manager bei Insero E-Mobility (Dänemark), André Gierke, Consultant bei Hellmann Process Management, und Jens Schmitz, Fachbereichsleiter Bussysteme, Elektromobilität, Betriebshöfe und Werkstätten beim Verband Deutscher Verkehrsunternehmen. In der Podiumsdiskussion mit dem Titel „E wie Emotionalität” beleuchteten die Diskutanten Hemmnisse für eine Verbreitung von Elektromobilität in Deutschland und wie diese durch nutzerfreundliche Dienstleistungen überbrückt werden können. Im Vordergrund stand die Frage, wie Kundenbegeisterung für den Kauf und die Nutzung durch entsprechende Services geschaffen werden kann.

Jens Christian Lodberg Høj (Insero E-Mobility) | Foto: Fraunhofer IAO

Jens Christian Lodberg Høj (Insero E-Mobility) | Foto: Fraunhofer IAO

Wie man Geschäftsmodelle in der Elektromobilität testen kann, weiß der Experte Jens Christian Lodberg Høj aus Erfahrungen im Insero Live Lab. In einer anschließenden Key Note stellte er dem Publikum Fallbeispiele zu Elektromobilität in Skandinavien vor und vermittelte Erfolgsfaktoren für Geschäftsmodelle und Fallstricke in einem lebendigen Vortrag. Abschließend gab Thomas Meiren, Leiter des Competence Teams Dienstleistungsentwicklung am Fraunhofer IAO, einen Ausblick für Elektromobilitätsdienstleistungen und stellte in seinem Vortrag unter anderem die provokante Frage: „Können Dienstleistungen Elektromobilität retten?”

Für die sieben Verbundprojekte DEAL, Move@ÖV, BeEmobil, MultEmobil, EmoTal, CODIFeY und DieMo RheinMain sowie das Metaprojekt DELFIN ging es am Folgetag, 6. Februar 2015, im Rahmen eines Kick-offs der dritten Fokusgruppe im Förderschwerpunkt arbeitsintensiv weiter. Die übrigen Gäste der Veranstaltung reisten bereits am Veranstaltungsabend mit zahlreichen Impulsen zum Thema „Elektromobilität und Dienstleistungen” zurück nach Hause.