Kunden von Elektromobilitätsangeboten im Mittelpunkt: 3. Fokusgruppentreffen zu „Geschäftsprozess- & Kompetenzentwicklung“


Fokusgruppentreffen zu Elektromobilitätsdienstleistungen

Teilnehmer/innen des 3. Arbeitstreffens der Fokusgruppe “Geschäftsprozess- und Kompetenzentwicklung für Elektromobilitätsdienstleistungen” (2 Personen fehlen im Bild)

Am 1. Oktober 2015 trafen sich vier Verbundprojekte aus dem BMBF-Förderschwerpunkt „Dienstleistungsinnovationen für Elektromobilität“ sowie das Begleitprojekt DELFIN in der Fokusgruppe „Geschäftsprozess- und Kompetenzentwicklung für Elektromobilitätsdienstleistungen“, um sich über aktuelle Herausforderungen und Lösungen für Dienstleistungen in der Elektromobilität auszutauschen und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Gastgeber war das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund.

 

Was ist das Ziel von Fokusgruppen?

Im Rahmen der Fokusgruppenarbeit des Projekts DELFIN betreut das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO die Gruppe „Geschäftsprozess- und Kompetenzentwicklung für Elektromobilitätsdienstleistungen“ gemeinsam mit dem Fokusgruppensprecher PD Dr. Daniel Beverungen vom ERCIS der Universität Münster. Ziel der Fokusgruppenarbeit ist es, die Ergebnisse der geförderten Projekte zu bündeln, zielgerecht in den Förderschwerpunkt zu integrieren und nutzergerecht an unterschiedliche Zielgruppen zu transferieren. Zudem sollen die Verbundprojekte Synergien nutzen, beispielsweise durch die Diskussion aktueller Probleme, Best Practices oder die Vermittlung bestimmter Kontakte in Bezug auf ihre Projektarbeit.

 

Welche Projekte sind in dieser Fokusgruppe vertreten?

 

Schon bei der Anreise in Dortmund werden wir von Elektromobilität "begrüßt"

Schon bei der Anreise in Dortmund werden wir von Elektromobilität “begrüßt”

Was sind die Ergebnisse dieses Fokusgruppentreffens?

Im Fokus standen Fortschrittsberichte aus den Verbundprojekten, projektübergreifende Handlungsfelder im Bereich Elektromobilitätsdienstleistungen sowie die Sammlung und Diskussion von Methoden zur Kundeneinbindung. Insbesondere wurden die Methoden vor dem Hintergrund eines maximalen Erkenntnisgewinns über die Zielgruppen von Elektromobilitätsangeboten sowie der Praktikabilität im FuE-Alltag eingeschätzt. Die Teilnehmer hinterfragten häufig eingesetzte Methoden der Nutzeranalyse kritisch und diskutierten die Eignung weniger bekannter Methoden, die in Ergänzung möglicherweise zusätzliche Aufschlüsse über Nutzerbedürfnisse und -bedarfe ergeben – etwa durch eine engere Integration in Entwicklungsprozesse.

Insgesamt wurden 31 Methoden gesammelt und besprochen. Interessant im Hinblick auf die Methodendiskussion war, dass die Projekte recht unterschiedliche thematische Schwerpunkte aufweisen und daher auch verschiedene Zielgruppen für die betrachteten Dienstleistungen haben. Diese reichen von Einkäufern bzw. Endkunden im Einzelhandel, Anwohnern bzw. Bürgern, Mitarbeitern und Verbandsmitgliedern, über Städte bzw. Kommunen, Unfallkassen und Berufsgenossenschaften, bis hin zu Einzelhändlern, Geschäftskunden, Vertragspartnern, Automobil-OEM, Anbietern von Energiespeichern, Lieferanten und technischen Dienstleistern. Dadurch stehen die Projekte Märkten mit unterschiedlicher Dynamik zwischen Angebot und Nachfrage gegenüber. Zu erwarten wäre hier als Ergebnis, dass in den ganz verschiedenen Anwendungsfeldern auch unterschiedliche Methoden, Designs von Erhebungen und gegebenenfalls verschiedene Methodenkombinationen benötigt werden. Die Erkenntnisse hierzu waren ambivalent und werden in einem andern Kontext mit größerem Sample weiter untersucht.

Fokusgruppentreffen Elektromobilitätsdienstleistungen

Workshop und anschließende Diskussion zu Methoden der Kunden- bzw. Nutzereinbindung

Experteninterviews wurden von allen Workshop-Teilnehmern sowohl als sinnvolle als auch als praktisch einfach umsetzbare Methode zur Nutzeranalyse angegeben, dicht gefolgt von Workshops und Befragungen (z. B. mit/von Kunden, Mitarbeitern, Experten) sowie allgemeine Recherchen (z. B. Internet, Literatur, interne oder externe Datenbanken). Dies stellte keine Überraschung dar, da es sich um etablierte Erhebungsmethoden handelt. Interessanter waren Methoden zur Nutzeranalyse oder -integration, die in FuE-Kreisen außerhalb der Design-Community seltener eingesetzt werden bzw. die weniger bekannt sind, oder solche, von denen die Teilnehmer einen relativ hohen Erkenntnisgewinn erwarten, die aber aus ihrer Sicht in der Praxis (v. a. auch in Unternehmen) schwieriger umsetzbar oder einfach noch nicht so anerkannt sind. Hierzu zählen beispielsweise Customer Journeys oder Emotional (Journey) Maps. Diese und weitere „neue“ Methoden zur Analyse und Integration von Zielgruppen werden im Begleitprojekt DELFIN in einem nächsten Schritt näher beschrieben, auf ihren Nutzen für den FuE-Bereich „Elektromobilität und Dienstleistungen“ geprüft und den übrigen Verbundprojekten im Förderschwerpunkt nach Bedarf zur Anwendung bereitgestellt.

Hinsichtlich übergreifender Handlungsfelder im Bereich Elektromobilität und Dienstleistungen, die im Rahmen des Treffens diskutiert wurden, schließen sich unmittelbare Follow-up-Aktivitäten im Förderschwerpunkt an. Regelmäßige Neuigkeiten dazu finden Sie künftig als aktuelle Meldungen unter www.elektromobilitaet-dienstleistungen.de und über https://twitter.com/emobility_serv.