Verbesserung der Wirtschaftlichkeit von Elektromobilität durch CrowdSourcing


Verbundprojekt CrowdStrom

Emissionsfreie und geräuscharme Elektromobilität kann zu einer höheren Lebensqualität in Stadtgebieten beitragen und das Erreichen von Umweltschutzzielen fördern. Doch obwohl diese Vorteile vielfach anerkannt werden, sind die wirtschaftlichen Hemmnisse durch teure Anlagen und Abrechnungssysteme häufig zu hoch, um die Potenziale der Elektromobilität nutzen zu können. Ein BMBF-gefördertes Forschungsvorhaben aus Münster arbeitet derzeit an einer Lösung mittels Beteiligung der Gesamtheit der Elektromobilitätsnutzer an den nötigen Infrastrukturinvestitionen.

Repräsentant/innen des Projekts CrowdStrom, v. l. n. r.: Dr. Matthias Schmidt (Umsetzungspartner), Sebastian Icks (Umsetzungspartner), Matthias Günnewig (Umsetzungspartner), Prof. Dr. Borchert, Friedrich Chasin, Sebastian Fronc, Prof. Dr. Dr. h. c. Backhaus, Matthias Löchte, Sebastian Birkhahn, Dr. Martin Matzner, Verena Wiget, Stefan Benthaus, Lydia Todenhöfer

Repräsentant/innen des Projekts CrowdStrom, v. l. n. r.: Dr. Matthias Schmidt (Umsetzungspartner), Sebastian Icks (Umsetzungspartner), Matthias Günnewig (Umsetzungspartner), Prof. Dr. Borchert, Friedrich Chasin, Sebastian Fronc, Prof. Dr. Dr. h. c. Backhaus, Matthias Löchte, Sebastian Birkhahn, Dr. Martin Matzner, Verena Wiget, Stefan Benthaus, Lydia Todenhöfer

Elektrofahrzeuge ermöglichen es, emissionsfrei und nahezu geräuschlos mobil zu sein. Sie leisten damit nicht nur einen Beitrag zu einer höheren Lebensqualität in Stadtgebieten, Elektromotoren sind auch um ein Vielfaches energieeffizienter als Verbrennungsmotoren und fördern den Umweltschutz bei Verwendung von Ökostrom. Derzeit befinden sich etwa 160 Elektrofahrzeuge auf Münsters Straßen. Diese können auf etwa 20 öffentliche Ladestationen zurückgreifen. Darüber hinaus wird im Jahr 2015 eine rein elektrische Buslinie von den Stadtwerken Münster in Betrieb genommen und eCarSharing Angebote werden eingerichtet. Diese Beispiele zeigen, dass erste Anwendungsfälle der Elektromobilität bereits existieren und ein grundsätzliches Interesse in der Münsterschen Bevölkerung vorhanden ist. Eine 2014 bei den Stadtwerken Münster durchgeführte Kundenumfrage machte deutlich, dass bereits 17,2 % der befragten Kunden erste Elektromobilitätserfahrungen gemacht haben. Obwohl die Befragten die Wichtigkeit der Technologie für Effizienzsteigerungen und Ladeinfrastrukturausbau anerkannten und positive Effekte für das vernetzte Stadtleben wahrgenommen haben, wurde auch darauf hingewiesen, dass Elektromobilität nur in Verbindung mit Ökostromangeboten ihren positiven Effekt erzielt. Die Wirtschaftlichkeit und die limitierte Reichweite wurden als Hemmnisse bewertet. Der Schritt zur flächendeckenden Verwendung der Elektromobilität ist – trotz sichtbarer Vorteile und erster Anwendungen – nicht erreicht. Das zeigt auch die Nutzung der vorhandenen öffentlichen Ladeinfrastruktur in Münster, die sich – trotz deutlicher Steigung über die vergangenen Jahre – absolut auf sehr niedrigem Niveau bewegt. Bisher konnte deutschlandweit weder eine angemessene Ladeinfrastrukturdichte noch eine Einheitlichkeit in Bezug auf Ladetechnologie, Zugang und Abrechnung erreicht werden. Eine Lösung dieser Hemmnisse bringt hohe Investitionen und wirtschaftliche Risiken für einen einzelnen Anbieter mit sich. Die Idee liegt nahe, dieses Investitionsvolumen und das damit verbundene Risiko auf viele Schultern zu verteilen.

 

Was leistet das Forschungsprojekt CrowdStrom?

Das Forschungsprojekt CrowdStrom zielt darauf ab, das „Henne-Ei-Problem“ der Elektromobilität zu lösen, indem die Nutzer der Elektromobilität an dem nötigen Infrastrukturausbau beteiligt werden. Elektromobilitätsnutzer bekommen die Möglichkeit, die Verwendung ihrer privaten Ladestation durch andere Nutzer zu ermöglichen. Als Anbieter können sie ihre Ladestation dazu in einem Online Portal registrieren. Sie legen einen Preis für die Nutzung fest und bestimmen Öffnungszeiten. Interessierte Nutzer registrieren sich ebenfalls und können Angebote online finden. Nachdem sie geladen haben, übernimmt die Plattform die Abrechnung der Tankvorgänge und schreibt dem Anbieter seine Erlöse gut. Damit erzielt der Elektromobilitätsnutzer sowohl einen Rückgewinn der Einrichtungs- und Betriebskosten für sich als auch einen schnelleren und dichteren Aufbau der Ladeinfrastruktur für die Allgemeinheit der Elektromobilitätsnutzer. Es gewinnen beide Seiten, sowohl Anbieter als auch Nutzer der verfügbaren Ladestationen.

Bislang liegen nur Softwareprototypen der Forschungspartner vor, die derzeit zu praxistauglichen Lösungen weiterentwickelt werden. Wenn die Plattform getestet ist und zum Einsatz kommt, könnte die Beteiligung an einem solchen System jedoch auch für kleine und mittelständische Unternehmen mit eigener Ladeinfrastruktur (z. B. Stadtwerke oder Einzelhandel) interessant sein. Für diese ist die Einrichtung eines eigens für die Ladestationen existierenden Abrechnungssystems häufig zu kostenintensiv, sodass Stromverbräuche der Ladeinfrastruktur nicht selten auch verschenkt werden. In CrowdStrom können Sie die Abrechnung auslagern, ihren Kunden aber dennoch die Nutzung ihrer Infrastruktur zur Verfügung stellen und Erlöse daraus generieren. Nähere Informationen zu dem Projekt und dem weiteren Verlauf finden Sie auch unter: www.CrowdStrom.de.