Kundenintegration für neue elektromobile Dienstleistungen


Verbundprojekt KIE-LabAufgrund von Internationalisierungsprozessen wächst der Druck auf Unternehmen, vorhandene Produkte und Dienstleistungen stetig weiterzuentwickeln sowie mit innovativen Dienstleistungen neue Geschäftsfelder zu erschließen. Nicht zuletzt der Erfolg von Tesla setzt die traditionellen Autobauer unter Druck. Dabei gibt es ein breites Kunden- bzw. Anwenderwissen sowohl im Internet in Form von Foren, wie etwa www.goingelectric.de, oder offline in Vereinen, wie etwa www.ruhrmobil-e.de, welches kaum genutzt wird.

Das Projekt KIE-Lab (Kunden-Innovationslabor Elektromobilität) erforscht aus diesem Grund die frühzeitige Kundenintegration bei der Entwicklung elektromobiler Dienstleistungen. Es wird vom Forschungsinstitut für innovative Arbeitsgestaltung und Prävention (FIAP) e. V. in Gelsenkirchen in Zusammenarbeit mit der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH (DEW21) durchgeführt.

 

Komponenten des KIE-Lab

 

Mit der im Projekt neu entwickelten Onlineplattform www.coalli.com und dem Offline-Instrument „KIE-Lab“ werden interaktive Dienstleistungsentwicklungen auch praktisch unterstützt.

Neue Dienstleistungen, die die Elektromobilität fördern, können z. B. darin bestehen, das Elektromobil zum Nutzer zu bringen (Verfügbarkeit) oder persönliche Einstellungen vorzunehmen und das Fahrzeug mit individuellen Accessoires auszustatten (Individualisierung).

Ziel des Projektes ist es, neuartige Instrumente wie Coalli oder KIE-Lab in Unternehmen zu etablieren und dort unter Beteiligung von Kunden neue elektromobile Dienstleistungen zu entwickeln und in Geschäftsmodelle zu überführen. In KIE-Labs und auf der Plattform Coalli arbeiten Anwender wie Anbieter bei der Dienstleistungsentwicklung zusammen, kreieren gemeinsame Innovationspfade für Elektromobilität und bereiten sie zur Umsetzung vor.

 

Kundenintegration im Innovationsprozess

Der Prozess des Innovationsmanagements kann auch im Bereich der Elektromobilität in die folgenden sechs Phasen eingeteilt werden:

 

Der Prozess des Innovationsmanagements

 

Nachdem der Entwicklungsprozess in der Initiierungsphase angestoßen wurde, werden in der Regel verschiedene Ideen zur Problemlösung generiert. Diese werden anschließend in der Ideenbewertungsphase bewertet und selektiert. Danach folgen entsprechend des dargestellten Modells der Aufbau eines Grob- und Umsetzungskonzepts sowie die abschließende Markteinführung. Zu beachten ist dabei, dass es neben dem Entwicklungsprozess selbst noch zahlreiche Rahmenbedingungen gibt, welche hierauf direkt oder indirekt Einfluss nehmen. Beispielhaft kann hier der Führungsstil genannt werden, welcher die Integration von Kunden ermöglichen muss.

Traditionell erfolgt die Kundenintegration erst in der Testphase vor der Markteinführung neuer Dienstleistungen. Heute versuchen moderne Unternehmen jedoch, bereits die Ideen zusammen mit Kunden zu entwickeln. Die Online- wie Offline-Instrumente des Verbundprojektes KIE-Lab können hierbei wichtige Instrumente sein, die sogar noch einen Schritt weitergehen und den Kunden ebenfalls in die Bewertungsphase integrieren. Dieser Phase wird meist von Unternehmen und Mitarbeitern zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Dabei bringt es zahlreiche Vorteile, die Kunden bei der Bewertung elektromobiler Brückendienstleistungen einzubeziehen. So können neben ökonomischen und betriebswirtschaftlichen auch kulturelle, soziale und emotionale Barrieren bei der Einführung neuer Dienstleistungen erkannt und bei der Dienstleistungsentwicklung berücksichtigt werden.

 

Frühe Kundenintegration

Die frühe Einbindung des Kunden wirkt sich auch im relativ komplexen Feld elektromobiler Dienstleistungen nach unseren Erfahrungen positiv auf die Erfolgswahrscheinlichkeit innovativer Geschäftsmodelle aus. Insbesondere bei der Generierung von Ideen und bei der Konzeptentwicklung können Kunden einen wirtschaftlich sinnvollen Beitrag im Innovationsprozess leisten. Durch ihre gezielte Einbindung in frühe Innovationsphasen entsteht ein interaktiver Prozess, der bislang nicht systematisch ausgeschöpft wird. Das KIE-Lab Instrument zielt genau auf die Ausnutzung dieser Vorteile ab.

 

Praxiserfahrungen

Im Rahmen des Projektes KIE-Lab sind in Zusammenarbeit mit den beteiligten Praxispartnern mehrere Szenarien für neue Dienstleistungsmodelle im Bereich Elektromobilität durch die Nutzung von Kundenintegrations-Instrumenten entstanden. Sie werden jetzt auf ihre Eignung für die Umsetzung in Geschäftsmodelle geprüft. Mit dem Praxispartner, der DEW21, wird derzeit bereits ein erstes Dienstleistungsangebot im Bereich der zweirädrigen Elektromobilität vorbereitet. Dieses soll den Nukleus für ein umfassendes Dienstleistungssystem der DEW21 bilden, das die nachhaltige Mobilität in lokalen Räumen fördern soll.

 

Kontakt

fiap-Logo

im Wissenschaftspark Gelsenkirchen

David Hawig
Dr. Rüdiger Klatt
Munscheidstr. 14
45886 Gelsenkirchen

d.hawig [at] fiap-ev [Punkt] de
r.klatt [at] fiap-ev [Punkt] de

www.fiap-ev.de

 

Weitere Informationen

www.kie-lab.de
www.coalli.com