MultEMobil mit Key2ME – die clevere Alternative


MultEMobil-LogoElektromobilität im Alltag – was vor einigen Jahren noch undenkbar erschien, ist heute bereits gelebte Realität. Wer im Straßenverkehr darauf achtet, sieht die Elektroautos auch heute schon immer mal wieder an sich geräuschlos vorbeiziehen. Vorüber sind die Zeiten, in denen sie als auffällig beklebte „Unikate“ im Straßenverkehr herausstachen und immer wieder für Verwunderung sorgten. Nun sind sie unter uns. Aber eine Million Elektroautos sind es noch lange nicht.

Soll im Jahr 2020 nach heutigen Prognosen jedes 50ste Fahrzeug ein Elektrofahrzeug sein, ist es heute statisch gesehen erst jedes 2.500ste. Aber wie kann das geändert werden? Wer kann am meisten von den Vorteilen profitieren, z. B. weil er sehr viel unterwegs ist? Welche Randbedingungen müssen erfüllt werden, dass die Akzeptanz für die Elektromobilität steigt?

Einen Großteil des zwischenstädtischen Verkehrs machen besonders in Ballungsgebieten die Pendlerinnen und Pendler aus. Viele möchten ihren Lebensmittelpunkt in die ländlicheren Gebiete oder Kleinstädte legen, befinden sich aber in einem Berufsverhältnis in den Großstädten und Metropolen. Auch die hohen Mieten in den Großstädten führen dazu, dass viele Menschen sich die hohen Stadtmieten nicht leisten können und so gezwungen sind auf deutlich günstigere Kleinstädte oder Randbezirke auszuweichen. Da nun nicht immer eine gute Zugverbindung von A nach B existiert, bleibt oft nur eine Lösung: das Pendeln. Zu bestimmten Tageszeiten wird das Fahrzeug genutzt um von A, dem Wohnort, nach B, dem Arbeitsplatz, zu fahren. Nach der Arbeit gilt es dieselbe Strecke wieder zurückzufahren. Während der Arbeitszeit ruht das Fahrzeug.

Einen großen Anteil am innerstädtischen Verkehr haben Kurzstreckenfahrer, wie karitative Einrichtungen sowie berufsbedingte Fahr- und Lieferdienste. In der Krankenpflege beispielweise werden zuvor erstellte Routen zu festgelegten Zeiten befahren, die sich auf wenige Stadtteile (meist ein bis zwei) begrenzen, aber viele Einzelstationen von geringer Entfernung zueinander umfassen. Das Fahrzeug dient hier als reines Transportmittel des Pflegepersonals und der zur Pflege notwendigen Utensilien. Nach Beendigung der Pflegeschicht steht das Fahrzeug den Rest des Tages und auch nachts und ruht.

Eine andere Einsatzmöglichkeit sind kurze Dienstfahrten in der Dienstleistungsbranche, wie Versicherungsunternehmen oder Behörden. Ein Vertrag muss schnell zur Unterzeichnung in eine Außenstelle, eine Sachbeschädigung im Stadtgebiet muss begutachtet werden oder eine anders gelagerte Dienstfahrt muss unternommen werden. Zur Kostenreduzierung werden heute oft Fuhrparks in den Unternehmen installiert, um eben Dienstfahrten unterschiedlicher Façon bewältigen zu können. Diese Dienstfahrten finden innerhalb der Arbeitszeit statt. Spätnachmittags, abends und nachts ruhen die Fahrzeuge.

Um nun die Nutzung der Elektrofahrzeuge und damit die Wirtschaftlichkeit zu steigern, kommt das Geschäftsmodell Key2ME zum Tragen. Die Fahrzeuge können nun von den Pendlerinnen und Pendlern zur Anfahrt an den Arbeitsplatz genutzt werden, an dafür vorgesehen Stellen können sie abgestellt werden und stehen nun für die weitere Nutzung zur Verfügung. Jeder, der ein Fahrzeug benötigt, kann die Verfügbarkeit dieses Fahrzeugs über das Key2ME -System ermitteln und sich für die Nutzung vormerken. Mit dem Key2ME kann das Fahrzeug abgeholt werden und genutzt werden. Das kann ein Nutzer/in sein, aber auch mehrere, z. B. für einen Pflegedienst, eine Dienstfahrt, eine Botenfahrt, aber natürlich auch eine Privatfahrt von A nach B. Nach Beendigung der Arbeitszeit steht für die Pendlerin/den Pendler das Fahrzeug mit ausreichender Reichweite wieder zur Verfügung, dass er sich über das Key2ME-System für die Nutzung vorgemerkt hat. Einem entspannten Feierabend steht nichts im Wege.

© RUB/ETIT

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Nur ein Modell? Oder schon sehr realistisch…

Um die Theorie auch in die Praxis umzusetzen, bringen wir die Elektrofahrzeuge auf die Straße. Die Fahrzeuge sind im Feldtest unterwegs mit dem ASB, den Zentralen Diensten sowie dem Technischen Betrieb der Stadt Bochum und der IHK Mittleres Ruhrgebiet und sie beweisen ihre Alltagstauglichkeit. Nach den ersten Schnupperwochen haben wir bereits eine positive Resonanz bekommen. Vor allem die einfache Bedienung und das dynamische Fahrverhalten erhöht die Akzeptanz ungemein und tröstet über eventuell modellbedingte Einschränkungen hinweg. Besonders im Pflegedienst stellen sich die Kleinwagenmodelle als alltagstauglich heraus. Die Reichweiten von bis zu 140 km reichen für den täglichen Einsatz (plus Reserve) aus.

 

© RUB/EneSys

© RUB/EneSys

 

Was wir für unsere weitere Arbeit mit auf den Weg nehmen?

Die Nutzung des Key2ME soll möglichst unkompliziert und schnell sein. Die Nutzerinnen und Nutzer haben gerade während der Arbeit straffe Zeitpläne. Um die Alltagstauglichkeit einer ökonomischen und ökologischen multifunktionalen Nutzung zu garantieren, muss die Handhabung des Geschäftsmodells Key2ME möglichst einfach sein und mit geringem Zeitaufwand verbunden sein. Die erfolgreiche Umsetzung des Key2ME ist zu erwarten, da die Akzeptanz der Elektrofahrzeuge bereits durch die Demonstrationsprojekte mit Feldtests vorhanden ist.

 

Kontakt

Prof. Dr.-Ing. Constantinos Sourkounis
Ruhr-Universität Bochum
Institut für Energiesystemtechnik und Leistungsmechatronik
Tel.: +49 234 32-25776
office@enesys.rub.de

 

Weitere Informationen

Projekt MultEMobil