Gemeinsam für die Zukunft der E-Mobilität: Open Innovation mit der Online-Community-Plattform “eMobilisten”


Verbundprojekt CODIFeYUnterstützende Technologien sind schon so weit ausgereift, dass jeder in seinem Alltag elektrisch mobil sein könnte. Jedoch haben viele potenzielle Nutzer immer noch eine Reihe von offenen Fragen und sehen sich dadurch mit Unsicherheiten konfrontiert. Zusätzlich erleben bestehende E-Mobilitäts-Nutzer immer wieder Frustrationen wegen unausgereiften oder nicht vorhandenen Dienstleistungen.

Banner-Schild-1Das Projekt CODIFeY adressiert diese Problemstellungen und möchte für die Elektromobilität begeistern. Hierfür wurde die Online-Community-Plattform eMobilisten etabliert. Seit Juli 2015 können sich dort Interessenten zur E-Mobilität informieren und sich aktiv an der Entwicklung neuer Dienstleistungen beteiligen.

 

Wissensaufbau und Open Innovation

Das Kursangebot auf eMobilisten ist breit gefächert und adressiert sowohl technologische Grundlagen als auch Fragen zur Umweltbilanz und Marktentwicklung. Jeder Nutzer kann sich dabei über eine Wissenslandkarte aktiv in die Erstellung bzw. Weiterentwicklung von Kursen einbringen. Über die Plattform können eigene Erfahrungen geteilt werden und Interessenten erhalten die Möglichkeit, sich aus erster Hand über das Thema zu informieren. Aktuell findet ein Wettbewerb statt, bei dem Community-Mitglieder Ihre eigenen Wissensbausteine zur Elektromobilität gestalten können.

Zusätzlich werden regelmäßig Ideenaufrufe über relevante Service-Fragestellungen im Kontext der E-Mobilität initiiert und durch die Community-Mitglieder diskutiert. Lösungsansätze werden dadurch, getreu dem Paradigma der Open Innovation, gemeinschaftlich mit den potenziellen Nutzern erarbeitet. Auf diesem Weg erhalten Unternehmen ein kritisches Verständnis für neue Dienstleistungskonzepte, die aus Kundensicht einen tatsächlichen Mehrwert bieten.

 

Anwendungsfall: Entwicklung eines „Lade-Ökosystems“

Wissenslandkarte Elektromobilität

Lizenz: Corporate Owned | Lizenzinhaber: Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, 2011. Link: www.isi.fraunhofer.de/isi-wAssets/docs/e/de/publikationen/elektromobilitaet_broschuere.pdf

In Diskussionen mit Nutzern, Interessenten und Unternehmensvertretern konnte festgestellt werden, dass „rund um die Ladesäule“ ein großes Innovationspotenzial besteht. So sind bestehende Bezahlsysteme häufig noch wenig nutzerfreundlich und inklusiv. Auch fehlt es an Dienstleistungen, durch die das Laden selbst einen Mehrwert generiert und nicht als „verlorene Zeit“ wahrgenommen wird. Schließlich mangelt es an unterstützenden Informationsdienstleistungen, die die Elektromobilitätsangebote verständlich hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit bewerten.

Um konkrete Lösungen für solch ein „Lade-Ökosystem“ zu entwickeln, erfolgt in CODIFeY ein integrierter Online-Offline-Innovationsprozess. Konkrete Ideen für die einzelnen Fragestellungen (z. B. „Wie sieht die optimale Bezahl-App für die E-Mobilität aus?“), werden zunächst in einer mehrwöchigen Ideenfindungsphase durch die eMobilisten-Community diskutiert. Im Anschluss erfolgt ein Offline-Workshop mit Nutzern aus der Community und Umsetzungspartnern, um die vielversprechendsten Ideen in erste Dienstleistungskonzepte zu überführen. Vor dem Prototyping werden diese Lösungsansätze durch die Online-Community evaluiert, um weitere Verbesserungspotenziale zu identifizieren und Erkenntnisse bzgl. des Marktpotenzials zu erhalten. Das Mitmachlabor JOSEPHS® in der Nürnberger Innenstadt ermöglicht den potenziellen Nutzern, die Prototypen physisch und interaktiv zu testen und stellt sicher, dass auch das Feedback von nicht technik-affinen Interessensgruppen berücksichtigt wird. Die entwickelten Lösungen werden dabei so gestaltet, dass sie ein größtmögliches Integrationspotenzial besitzen und sich gegenseitig zu einer systemischen Lösung ergänzen.

Panorama_E-Mobilität

„Spielwiese E-Mobilität“: Service-Prototyping und Testing im JOSEPHS®

 

Interview mit einem eMobilisten

Doch warum bringen sich Leute in ihrer Freizeit auf eMobilisten.de ein? Im Interview hat uns „Major Tom“, ein aktives Community-Mitglied auf eMobilisten, verraten, wie er zur Elektromobilität kam und wie er deren Zukunft sieht.

Seit wann interessierst du dich für Elektromobilität, was war die Initialzündung?

Das begann Mitte/Ende 2012. Auf der Suche nach einem neuen Alltagsfahrzeug, welches gut mit Kurzstrecken umgehen kann, bin ich auf die Elektrofahrzeuge gekommen. Eine Probefahrt mit einem eSmart hat mich dann von E-Fahrzeugen überzeugt. Leider war der Smart nicht lieferbar, ein knappes Jahr Lieferzeit war mir zu lange, gerade weil nicht bekannt war ob und wie andere Hersteller auf den Markt reagieren. Als BMW dann den i3 angekündigt hat, war mir als langjähriger BMW Fahrer klar, dass das mein nächstes Fahrzeug und erstes E-Fahrzeug wird.

Wie sieht für dich nachhaltige Mobilität aus?

Im Individualverkehr auf jeden Fall vollelektrisch, ohne Range Extender oder Hybridtechnik.
Insgesamt mit mehr Hintergedanken zu den Auswirkungen der Mobilität. Muss ich wirklich 10.000 km in den Urlaub fliegen? Muss das Meeting wirklich sein oder reicht eine Telefon-/Videokonferenz?

Welche Hürden muss die Elektromobilität deiner Ansicht nach noch nehmen, um dauerhaft erfolgreich zu sein?

Sie muss in den Köpfen der Menschen ankommen. Die moderne Elektromobilität hat nichts mehr mit ‘Verzichtautos’ zu tun, sondern kann in vielen Fällen einen Verbrenner vollwertig ersetzen. Ganz praktisch: Es ist eine flächendeckende Ladeinfrastruktur notwendig, welche auch funktioniert und jederzeit zugänglich ist.

Was wünschst du dir in Bezug auf Elektromobilität für die Zukunft?

Mehr ‘echte’ Elektrofahrzeuge, die beim Händler stehen und gekauft werden können. Und keine Werbeankündigungen für Fahrzeuge, die vielleicht irgendwann zu utopischen Preisen angeboten werden.

Warum machst du auf eMobilisten.de mit?

Elektromobilität ist ‘mein’ Thema. Ich versuche das Thema voranzubringen. Wenn ich dazu meinen Beitrag leisten kann, dann mache ich das gerne.

 

Gestalten auch Sie mit uns die Zukunft der E-Mobilität unter www.emobilisten.de. Weitere Infos erhalten Sie auch unter Facebook und Twitter.

 

Kontakt

Prof. Dr. Kathrin M. Möslein
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik I – Innovation und Wertschöpfung
Lange Gasse 20
90403 Nürnberg

Ansprechpartner:
Christofer Daiberl
christofer.daiberl@fau.de
+49 911 5302-882

 

Prof. Dr. Barbara Dinter
Technische Universität Chemnitz
Professur Wirtschaftsinformatik – Geschäftsprozess- und Informationsmanagement
Thüringer Weg 7
09126 Chemnitz

Ansprechpartner:
Christoph Kollwitz
christoph.kollwitz@wirtschaft.tu-chemnitz.de
+49 371 531-36249