Verbundprojekt EmoTal


Nutzerzentrierte Elektromobilität Wuppertal (EmoTal)

 

Verbundprojekt EmoTalAngebotsvielfalt steigert Attraktivität von Elektromobilität

Besitzer von Elektrofahrzeugen sehen sich noch mit deutlichen praktischen Nachteilen in der alltäglichen Nutzung konfrontiert. Neben Defiziten bei der Ladeinfrastruktur und Reichweite besteht eine Kaufunsicherheit durch schwer kalkulierbare Betriebskosten. Diese sind wegen der bisher geringen Anzahl der Fahrzeuge im Markt und der daraus resultierenden geringen Datenbasis über Unfälle, Schäden und Wartungsintervalle schwer abzuschätzen. Des Weiteren gehen besonders in bergigen Regionen große Potenziale für die Entlastung von Verkehr und Umwelt durch einen Umstieg auf Pedelecs verloren, weil ihre Nutzung zumeist noch mit einem Seniorenimage assoziiert und von jüngeren Generationen abgelehnt wird. Wie können diese Erfahrungen genutzt werden, um die Attraktivität der E-Mobilität zu erhöhen?

 

Nutzerzentrierte Innovationen für eine anwenderorientierte E-Mobilität

Das Bergische Land mit seiner natürlich gewachsenen, nicht in Modellversuchen künstlich geschaffenen Vielzahl in Privatbesitz befindlicher Elektrofahrzeuge (emobil.wuppertal-aktiv.de), bietet eine ideale Versuchsumgebung, konkrete Antworten auf diese Fragen zu liefern. Das Nutzungsverhalten und die Ansprüche tatsächlicher Käufer und der aktuellen Nutzer von Elektrofahrzeugen werden mit modernen Methoden des User Centered bzw. Universal Design untersucht. Die aus der Analyse und dem eigens dafür entwickelten Nutzungsmodell gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Entwicklung passgenauer nutzerspezifischer Dienstleistungsinnovationen für den praktischen Alltag der E-Mobilisten in drei Anwendungsfeldern. Spezielle E-Schulungen und Zertifizierungen werden für lokale Werkstätten und Sicherheitsorganisationen entwickelt, um Reparaturkosten und Handhabungsgefahren zu senken. Die Analyse des Fahrverhaltens, der resultierenden Abnutzung und des Wartungsbedarfs der E-Fahrzeuge erlaubt das Angebot von dynamischen E-Versicherungsmodellen, die weitere Ansätze für die sichere Nutzung von Elektromobilität schaffen. Durch die Entwicklung einer Sport- und Freizeitanwendung in Form eines Demonstrators für die Verwendung von Pedelecs als E-Fitnessbikes soll die Elektromobilität neuen Zielgruppen zugänglich gemacht und die generelle Aufmerksamkeit lokaler E-Mobilitätsstandorte gesteigert werden.

 

Innovative E-Dienstleistungen zur Verringerung der Kaufunsicherheit

Die entwickelten Konzepte werden mit starken Partnern in der Praxis umgesetzt, um neue Geschäftsfelder und Kundengruppen zu erschließen. Mit dem TÜV NORD Bildung werden E-Schulungs- und Zertifizierungskonzepte für Werkstätten und Sicherheitsorganisationen (Feuerwehr, Polizei etc.) entwickelt. Mit dem auf E-Versicherungen spezialisierten Unternehmen Schmitz • Horn • Treber GmbH erfolgt die Entwicklung einer flexiblen und den Nutzerbedürfnissen anpassbaren Tariflandschaft für E-Versicherungen, die u.a. kundenspezifische Sicherheitsbedürfnisse berücksichtigt. Gemeinsam mit der Stadt Wuppertal werden Pedelecs für ein erweitertes Funktionsspektrum angepasst und durch informatorische Ergänzungen zum E-Fitnessbike für den speziellen wie alltäglichen Gebrauch entwickelt. Die Forschungspartner Bergische Universität Wuppertal und RWTH Aachen werden das gewonnene Know-how in Forschung und Lehre einsetzen und auf andere Regionen/Netzwerke übertragen. Als Ergebnis des Gesamtvorhabens werden Dienstleistungen rund um E-Fahrzeuge in ihrer Anwendung attraktiver gestaltet, wovon sowohl Nutzer als auch Dienstleistungsanbieter und nicht zuletzt E-Fahrzeughersteller profitieren.

 

Schlagworte: Elektromobilität, User Centered Design, E-Versicherungsmodelle, Schulungs- und Zertifizierungskonzepte

 

Kontakt

Dr. Sigmund Schimanski
Bergische Universität Wuppertal
Rainer-Gruenter-Str. 21
42119 Wuppertal
Tel.: +49 202 439-1158
schimanski@uni-wuppertal.de 
 

Weitere Informationen

www.emotal.de

 

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